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Aug
23

Regensburg: Interkulturelle Kommunikation mit Andrea Rössler

Andrea Rössler ist Regensburgs Expertin für Interkulturelle Kommunikation. Die Inhaberin des Unternehmens Cross-Culture-Coaching schließt sich den Wirtschaftsexperten an und sagt ebenfalls: Der Afrika-Boom kommt!

Regensburg: Interkulturelle Kommunikation mit Andrea Rössler

Andrea Rössler, Expertin für Interkulturelle Kommunikation

Bei uns ist Afrika nach wie vor der Kontinent der Katastrophen, der Dürreopfer, der Heuschreckenplagen, der kriegerischen Auseinandersetzungen, der Kriminalität, der Anarchie und der Korruption. Nicht zu vergessen Ebola und sonstige Seuchen sowie die hohe HIV-Rate. Schon im Juni 2010 kamen die McKinsey-Wirtschaftsexperten zu dem Schluss, dass Afrikas Boom kommen wird. Laut ihrer Studie „Lions on the move: The progress and potential of African economies“ ist Afrika eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregionen. 27 der 30 großen Volkswirtschaften sind in vergangenen zehn Jahren stark gewachsen. Das Wachstum von 2,7% pro Jahr gilt für alle Sektoren. Entgegen der öffentlichen Meinung, die Afrika sehr häufig zum reinen Rohstofflieferanten degradiert, sieht McKinsey auch deutliches Wachstum im Bereich des Bankenwesens, der Telekommunikation, des Einzelhandels, der Landwirtschaft und im Transport. Es wird auch deutlich mehr Geld von außerhalb in Afrika investiert: im Jahr 2000 waren es neun Milliarden USD, 2008 bereits 62 Milliarden USD.
Laut Andrea Rössler von Cross-Culture-Coaching, sind auch die erneuerbaren Energien in Afrika auf dem Vormarsch. Bis jetzt steht der größte Windpark Afrikas mit 140 Megawatt in Marokko – aber nicht mehr lange. Am Turkanasee, im Norden Kenias wachsen 365 Windkraftanlagen in die Höhe. Bis 2015 soll die Anlage fertig sein, gebaut von einem niederländischen Konsortium. Die zusätzlichen 300 Megawatt Strom kann Kenia gut brauchen – bisher ist nur jeder fünfte Kenianer ans Stromnetz angeschlossen.
Warum passiert das gerade jetzt? Laut McKinsey sind folgende Punkte signifikant: Viele afrikanische Länder sind die letzten 10 Jahre deutlich stabiler geworden und einige bewaffnete Konflikte wurden beendet. Das Geld, das die Regierungen früher für Kriege ausgegeben haben, wurde in einigen Ländern zur Verbesserung der Infrastruktur und zum Schuldenabbau eingesetzt. Außerdem kam es zu einer Lockerung der Handelsbarrieren, Steuersenkungen und einer Liberalisierung sowie Privatisierung verschiedener Bereiche, z.B. des Bankwesens. Das afrikanische Wachstum wird auch durch vermehrtes ausländisches Kapital gefördert. Außerdem haben viele Regierungen eine deutlich niedrige Inflationsrate als zu Beginn des Jahrtausends. Stabilität lockt vermehrt Investoren wie auch Touristen ins Land, weiß auch Andrea Rössler. Zum Beispiel nach Ruanda. Der Genozid ist lange her. Die Touristen kommen heute wegen der Gorillas, die Geschäftsleute wegen des Booms in der Finanzbranche und der Sicherheit für private Investoren, die Präsident Paul Kagame verspricht. Die Folge: ein Bauboom, der seinesgleichen sucht!

Laut dem Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW 2012 ist Afrika schon allein aufgrund seiner demographischen Entwicklung ein Zukunftsmarkt. 2010 betrug die Bevölkerung Asiens 4,1 Mrd. Menschen, Afrika 1,3 Mrd. und Europa gerade mal 0,74 Mrd. Also 1,3 Mrd. Menschen in Afrika, die bessere Infrastruktur und bessere Lebensbedingungen brauchen. (Deutsch-Afrikanisches Wirtschaftsforum NRW, Ababakar Seck, Fa Pecher). Laut Ababakar Seck ist die Stabilität eines Landes von größter Wichtigkeit. Selbstverständlich wird sich jeder Unternehmer am Markt orientieren, bestehende und bewährte Kontakte nutzen bzw. einen geeigneten vertrauenswürdigen Partner vor Ort suchen. Nicht zuletzt ist die Verkehrssprache ein mögliches Kriterium – englisch fällt vielen leichter als französisch, und das wiederum ist einfacher als portugiesisch. Die meisten Firmen orientieren sich auch am BIP eines Landes. Spitzenreiter in Afrika ist Südafrika. Und natürlich ist es sinnvoll, den Korruptionsindex genau zu kennen. Die korruptesten Staaten des Kontinents sind laut Transparency Somalia, Sudan, Tschad, Angola, Demokratische Republik Kongo sowie die Republik Kongo. „Das ist genau der Grund, warum man kaum internationale Firmen in Somalia, im Kongo oder im Sudan findet“, sagt Andrea Rössler. Wer investiert schon in ein krisengeschütteltes Bürgerkriegsland, in dem jeder vom Tellerwäscher bis zum Politiker die Hand aufhält. Sie hat all das erlebt – vom Grenzbeamten in der demokratischen Republik Kongo, er auf ein großen Geschenk aus war, bis hin zum korrupten Botschaftspersonal, das einen Extra-Schein im Pass erwartet, um überhaupt mit der Arbeit anzufangen.
Trotz dieser Negativpunkte – Afrika wächst. Aber kann der Kontinent sein hohes Wachstum auch beibehalten? Laut McKinsey wird 2040 jeder fünfte junge Mensch ein Afrikaner sein. Das Arbeitskräftepotential ist dann höher als das von Indien. Afrika verfügt über 60% der ungenutzten Landwirtschaftsflächen weltweit, außerdem über gigantische Rohstoffvorkommen. Und die Kapitalverzinsung bei Investitionen ist deutlich höher als in anderen Entwicklungsländern. Natürlich ist das Wachstum nicht in allen Ländern gleich. Besonders gut schneiden dabei nordafrikanische Staaten wie Marokko, Tunesien und Ägypten ab. Finanziell stehen außerdem die Ölstaaten Nigeria und Angola sowie Südafrika gut da. Am anderen Ende der Skala finden sich Länder wie Somalia und Niger.
Auch bei der Diversifizierung der Produktionsstruktur gibt es große Unterschiede. Spitzenreiter dabei sind Ägypten, Marokko und Tunesien. Länder mit reichen Rohstoffvorkommen profitieren derzeit zwar von hohen Weltmarktpreisen. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit Wirtschaftsmacht in anderen Bereichen.
Um das Wirtschaftswachstum beizubehalten oder sogar zu steigern, müssen alle afrikanischen Staaten kräftig in die Bildung investieren. Doch damit nicht genug – auch im Gesundheitsbereich und in der Landwirtschaft gibt es noch viel zu tun.

Interkulturelle Businesskompetenz als Schlüssel zum Erfolg. Aber auch für uns Europäer – wer in Afrika erfolgreich arbeiten will, braucht nicht nur das Wissen über die globalen Märkte, sondern auch Wissen über die Menschen, ihre Eigenheiten, Traditionen, über ihre Denkweisen und ihre Arbeitsabläufe. Nur wer über interkulturelle Businesskompetenz verfügt, kann in Afrika erfolgreich Geschäfte machen. Und so die lichten Momente auf dem dunklen Kontinent selbst mitgestalten.

Cross Culture Coaching. Andrea Rössler ist Pädagogin und berät Unternehmen hinsichtlich ihrer Geschäftsbeziehungen im arabischen, indischen und afrikanischen Raum. Lange Auslandsaufenthalte sind die Grundlage für ihre Arbeit. Nur wer aus eigener Erfahrung spricht, kann anderen vermitteln, was sie vor Ort erwartet.

Kontakt:
Cross-Culture-Coaching
Andrea Rössler
Holzschnitzerstr. 10
93059 Regensburg
0941 704884
info@crossculture-coaching.de
http://www.crossculture-coaching.de

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