Die eigene Work-Life-Balance finden

Personalberater können bei der ganzheitlichen Karriereplanung nur punktuell helfen

Von Ansgar Lange +++ Sindelfingen, September 2012 – „Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben.“ Fast jeder Berufstätige wird irgendwann im Laufe seiner Karriere mit diesem Satz konfrontiert, der auf den Schriftsteller und Journalisten Kurt Tucholsky zurückgeht. Der Coach und Personalberater Sascha Schmidt http://www.s-schmidt.com formuliert es in seinem Buch „Ganzheitliche Karriereplanung. Ein Leben in Balance“ (Winfried Prost Edition Ganzheitlich im Gerhard Hess Verlag) folgendermaßen: „Der bewusste Dreiklang zwischen dem privaten Leben, dem eigenen Ich und dem Beruf ist eine Basis für authentisches Leben.“

Viele Menschen leben aber in einer Schieflage. Erfolg und Karriere werden auf Kosten des Familienlebens oder des sonstigen Privatlebens errungen. Unverzichtbarkeit am Arbeitsplatz sei für viele immer noch ein Ausdruck der eigenen Wichtigkeit, so Schmidt: „Wenn Sie dort nicht fehlen können oder wollen, dann fehlen Sie zugleich an anderer Stelle. Sie sind abwesend als Partner, Vater, Mutter oder haben keine Zeit mehr für Freundschaften und ihre Hobbys.“ Neudeutsch spricht man davon, dass die Work-Life-Balance aus den Fugen gerät.

In einer solchen Situation neigen manche dazu, die „Schuld“ an ihrem eigenen Zustand, den sie als unbefriedigend betrachten, anderen zuzuweisen. Doch Veränderung kann nur von innen kommen. Jeder ist seines Glückes Schmied. Doch die Lust auf Veränderung wird oft blockiert, weil die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes dominiert. Und damit ist oft die eigene Existenzgrundlage gefährdet. Schmidt rät dazu, in diesem Fall ein Gedankenspiel anzustellen. Was bedeutet es, wenn (kurzfristig) das Einkommen wegfällt. „Malen Sie die schlimmsten Szenarien für sich aus. Sie werden feststellen: Sie überleben!“, so der Autor, der selbst auf eine zehnjährige Karriere mit Höhen und Tiefen in der Medienbranche zurückblickt.

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, ist externer Rat gefragt. Ist es sinnvoll für Menschen, die ihrer Karriere vielleicht noch mal einen neuen Schub geben oder eine völlig neue Richtung einschlagen wollen, sich an einen Headhunter zu wenden? „Dies kann man nur sehr vorsichtig beziehungsweise ehrlich beantworten“, sagt der Personalberater Rainer Anglett http://www.xing.com/profile/Rainer_Anglett. In erster Linie verdiene der klassische Headhunter (Personalberater) sein Geld mit der Platzierung von (geeigneten) Kandidaten bei seinen Kunden, so der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de. Der Kunde zahle ihm genau (und nur) dafür ein Honorar.

„Ein (Kandidaten-)Coaching bzw. eine Karriereplanung ist für den klassischen Personalberater (Headhunter) oft nur ein Marketing-Add-On, um seine Reputation im Markt, vor allem Kandidatenmarkt, aufzubessern“, erläutert Anglett. „Es gibt jedoch nach unserer Erfahrung durchaus Kandidaten – meist der ersten oder zweiten Führungsebene -, die bereit sind, für ein entsprechendes Coaching dem Personalberater ein Honorar dafür zu zahlen. Das Know-how und die Erfahrung dazu hat der gute Personalberater alleine durch seine mehrjährige intensive Arbeit im Markt.“ Aber es gibt nach Darstellung des centomo-Geschäftsführers auch spezialisierte Personalberatungen, bei denen Coaching und Karriereplanung sogar Tagesgeschäft sei. „Dies sind diejenigen, die Outplacement betreiben, also ihr Honorar dafür ebenfalls von ihren Kunden (Unternehmungen) bekommen, um deren Mitarbeiter weiterzuvermitteln. Dies wird bei größerem Stellenabbau ja gerne in Anspruch genommen.“

Punktuelle professionelle Unterstützung ist sinnvoll

Die Frage, wie wichtig Personalberater bei der Karriereplanung sind, beantwortet Anglett zurückhaltend: „Eine Karriereplanung – parallel zu einer Lebensplanung – sollte jeder für sich persönlich ständig pflegen, prüfen und anpassen.“ Selbstverständlich sei es aber sinnvoll, sich je nach Bedarf professionelle Unterstützung dazuzuholen.

Schmidt, Vorstandsmitglied des Verbandes für Ganzheitliches Führungs- und Persönlichkeits-Coaching sowie Experte an der Akademie für Ganzheitliche Führung http://www.winfried-prost.de/index.php/die-akademie-2/, sagt dazu: „Authentizität beginnt mit einem klaren Blick auf sich selbst. Ohne Achtsamkeit und Respekt vor seinen eigenen Gefühlen, Gedanken und vor seinem Leben wird es schwierig.“

Der Kontakt zu einem Personalberater sei aus Kandidatensicht ja auch höchstens punktuell, bestätigt Anglett. Dieser begleite einen vom ersten Kontakt bis zum Antritt einer neuen Stelle und möglicherweise noch einige Zeit danach. „Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt ist man erst einmal stabil auf einer Position und wird ja sicher nicht alle paar Wochen oder Monate wieder nach einer neuen Position suchen. Sollte dennoch der Zeitpunkt für eine weitere Veränderung oder dem nächsten Karriereschritt im Markt gekommen sein, dann wird man sich vermutlich schon zunächst an den Personalberater seines Vertrauens – den man bereits vom letzten Mal her kennt – wenden. Sofern dieser aber aktuell keine passende Position hat, ist der Weg zu einem weiteren Personalberater empfehlenswert. Es liegt also in der Natur der Sache, dass der Einfluss oder Ratschlag eines Personalberaters auf die eigene Karriereplanung immer nur punktuell sein kann – auch bei Outplacement. Er kann aber durchaus eine sehr wichtige Rolle (Impuls) spielen.“

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